Wen will ich sprechen?

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Inhaltsverzeichnis

Ziel der Aktivität

Wen wähle ich für ein Interview aus?

Reflektion von gesellschaftlichen Rollenklischees

Was interessiert mich an einem Interview? (Fakten, Meinungen, persönliche Geschichten?)


einsetzbar bei: Thema Interview / auch möglich bei Gender

Rahmenbedingungen

beliebige Gruppengröße (keine Vorkenntnisse nötig / Zusammensetzung beliebig auch mehrsprachig, multikulturell, geschlechterspezifisch ...)

je nach Gruppengröße entsprechend großer Raum (bzw. auch Rückzugsmöglichkeiten in verschiedenen Räumen)

Dauer: aktive Arbeitszeit 7-10 min / Präsentation + Auswertung allgemein ca. 20 min (abhängig von Gruppengröße)

Ablauf

Die Workshopleiter_in bereitet Zettel mit Aussagesätzen vor. Zum Beispiel "Ich fahre seit drei Jahren ein Elektro-Auto." / "Heute morgen wurde ich von einem Fremden in der U-Bahn geküsst." / "Ich habe in meinem Studium drei Semester lang geforscht, was graue Energie ist." - Mit den Aussagen stellen sich die (virtuellen) Personen in unterschiedlichen Rollen dar (Täter / Opfer / Expert_in). Es ist sinnvoll eine etwa ausgeglichene Rollenverteilung zu erhalten. Aussagesätze, die keine genaue Zuordnung zulassen sind allerdings auch möglich. ("Ich habe mein ganzes Leben lang grün gewählt, aber das was jetzt passiert, gefällt mir gar nicht.")

Jede Teilnehmer_in zieht einen vorbereiteten Zettel. Sie erhalten die Aufgabe, sich fünf Fragen auszudenken, die sie einer solchen Person stellen würden.

Danach werden die Fragen vorgelesen. Eventuell gibt es in der Runde weitere Vorschläge?

Reflektion: Wie sind wir auf die Fragen gekommen? Was hat uns interessiert? Was hat die Person für ein Interview qualifiziert? Wie oft hören wir solche Interviews im Radio? Was wären andere spannende Zugänge?

Daran anschließend: In welchen Rollen tauchen welche Stimmen im täglichen Radioprogramm auf? Was sind die Klischees in unserem Kopf? Wo würden wir zuerst nach Interviewpartner_innen suchen wenn es um Themen geht wie: Vor- und Nachteile von Solarenergie, prekäres Leben und Arbeiten, biofreundliches Kochen, Nachmittagsbetreuung von kleinen Kindern, Einsparungen beim öffentlichen Nahverkehr … Und wen würden wir dort erwarten?

Wie werden unsere Erwartungen und Vorturteile in der Art unseres Fragens deutlich? Fragen wir neutral / nicht diskriminierend?

Was mir mit dieser Aktivität bereits passiert ist?

Bei der Auswertung sind wir immer auf das Thema Gender gestoßen. Aussagen technischer Art ("Ich arbeite in einem Wasserkraftwerk.") wurden automatisch von den Teilnehmenden einer männlichen Person zugeordnet, dementsprechend die Fragen formuliert. Aussagen, die sich auf Hausarbeit bezogen wurden weiblich konnotiert. Wir haben darüber diskutiert, warum das so ist. Und ob es mehr Sinn macht gerade eine Vertreter_in des anderen Geschlechts als Interviewpartner_in zu suchen.

Persönliche Werkzeuge