Sorgfalt und Verantwortung

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Wer in den Medien arbeiten will, betritt ein Feld aus alten und neuen Traditionen, aus Blattlinien, Ehrenkodex und Marktgesetzen. In den Freien Medien ist das ein wenig anders: da gelten Senderrichtlinien, Eigenverantwortung und Engagement zwischen Hobby und Profession. Im Folgenden soll dieses Spannungsfeld – zwischen den eigenen Ansprüchen, denen des Publikums und der InterviewpartnerInnen – etwas gelüftet werden. Die folgenden Grundsätze entspringen dem Konzept, dass JournalistInnen unabhängig arbeiten und so „wahrheitsgemäß“ berichten.

• Journalistische Verantwortung

• Journalistische Sorgfalt

• Ethische Kriterien


JOURNALISTISCHE VERANTWORTUNG


Wahrung der Würde des Menschen

- Keine heimlichen Tonaufnahmen von Gesprächen Dritter

- Keine Verfälschung von Aussagen durch Schnitt

- Objektivität, Vermeidung von Parteinahme

- Berichterstattung als Ergebnis einer gründlichen Recherche

- Keine Behauptungen über Personen, Institutionen ohne vorhergehende Rückfrage bei den Betroffenen


RECHERCHE

Journalistische Recherche bezeichnet das eigenständige Beschaffen von Informationen im Gegensatz zum bloßen Verarbeiten von Pressemitteilungen, Agenturmaterial oder Pressekonferenzen.

Die journalistische Recherche sammelt möglichst vielfältige Informationen, die ein bestimmtes Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten, um so eine ausgewogene Berichterstattung zu ermöglichen. Im Idealfall sollte jede Information, die in journalistische Arbeit einfließt, durch Recherche abgesichert werden. In der Praxis würde dies im Regelfall einen zu großen Aufwand bedeuten.

„Die Recherche ist die Kür des Journalismus: Nur so erfahren die Menschen die Ereignisse, die ohne die Mühe des Journalisten niemals ans Licht gekommen wären. Keine journalistische Aufgabe ist schwieriger, aber auch so abhängig von Zufällen, vom Glück – und von einer detektivischen Kleinarbeit. Nur die Fleißige und Couragierte nimmt sie auf sich.“ (Wolf Schneider, Paul-Josef Raue: Handbuch des Journalismus)


ÜBERPRÜFUNG

• Mehrere Quellen für einen Bericht heranziehen

• Prüfpflicht abhängig von der Glaubwürdigkeit der Quelle

• Abwägung zwischen Interesse der Öffentlichkeit nach rascher Information und Interesse von möglicherweise von unrichtigen Meldungen Betroffener

• Rückfrage bei Betroffenen!


Was tun bei Unsicherheiten?


• Sendung bzw. beabsichtige Aussagen mit Programmverantwortlichen besprechen • Im Sender nach rechtlich gut informierten Personen fragen • Abwägen zwischen Chancen und Risiken bei Sendung des Materials

Persönliche Werkzeuge