Medien- und Urheberrecht

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Dieses Wiki enthält Unterlagen und Anregungen für die Vermittlung medien- und urheberrechtlicher Zusammenhänge für nichtkommerzielle Medien. Weiterentwicklung und Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!


Inhaltsverzeichnis

Was wollen wir erreichen? Ziele

mögliche Ziele einer Schulung in Medien- und Urheberrecht (zusammengetragen von Alexander Vojvoda, Florian Danhel und Oliver Jagosch am 16. Juli 2009):

→ „Selbstermächtigung“

→ positive Grundhaltung: Betonung dessen, was man darf und Betonung der Rechte (z. B. auf die eigene Sendung) im Gegensatz zur Betonung dessen, was man nicht darf und der Verbote

→ „Gespür“ (in den Worten von Maria Windhager) für juristisches Denken wecken: TeilnehmerInnen nicht mit bloßen Fakten erschlagen, sondern den Sinn und die guten Argumente hinter den Gesetzen deutlich machen (was bedeutet Persönlichkeitsschutz für mich? / Perspektivwechsel, Rollenspiel)

→ Thema „Recht“ attraktiv gestalten: WIE? MIT WELCHEN METHODEN? siehe Methodensammlung weiter unten


Ausschreibung

Ausgehend von oben genannten Zielen, ist es notwendig, die Ausschreibung für Workshops/Seminare zum Thema präzise zu formulieren. In der Regel erwarten die Teilnehmenden, dass sie nach einer 3-4stündigen Unterweisung "alles Relevante wissen". Das ist natürlich nicht möglich, zumal in den meisten Fällen verschiedene Rechte miteinander in Kollision geraten und in der Rechtssprechung ein jeweils konkretes Abwägen erfolgt. In der Ausschreibung sollten also Formulierungen verwendet werden, die klar stellen, dass es sich eben nicht um eine reine Informationsvermittlung geht bzw. der Workshop handlungsanweisende Antworten gibt. Auch der Begriff "Schulung" ist in diesem Zusammenhang eventuell irreführend.

So wie die Ausschreibung, muss auch beim Einstieg in den Workshop deutlich der Rahmen gesetzt werden: Was soll diese Veranstaltung erreichen? Welches Ziel existiert?

Unterlagen / Handouts

Die vorliegenden Unterlagen sind für die Vermittlung medien- und urheberrechtlicher Zusammenhänge konzipiert und für die Mitglieder des VFRÖ zum offenen und kreativen Gebrauch bestimmt.

Es ist kein durchkomponiertes Skriptum sondern besteht aus mehreren Einzelteilen, die sich aufeinander beziehen. Inhalte wiederholen sich manchmal oder ergänzen sich.

Im Überblick besteht das Paket aus vier Teilen:

  * 3 Übersichtsskizzen – zu den Themen „ich und die Öffentlichkeit“, „Medienrecht“, „Urheberrecht“
  * 9 Handouts – zu verschiedenen Themen passend zu den 3 Übersichtsskizzen
  * 1 Weblog http://www.freie-radios.at/medienrecht/ – mit aktuellen Fällen  (dieser ist momentan leider nicht aktiv – wer hat Zugriff?)
  * 1 Fragenliste und  1 Übungsanleitung dazu

(zusätzliches Material: Ehrenkodex des öst. Presserates, Skriptum von RA Maria Windhager)

weiterführende und konkrete Gebrauchstipps für die Unterlagen


Medienrecht

Ich und die Öffentlichkeit

Schutz der Ehre

Persönlichkeitsschutz

Medienrecht - Beurteilungskriterien

Freiheiten

Sorgfalt und Verantwortung


Urheberrecht

Urheheberrecht - eigenes Gestalten

Urheberrecht - Verwenden von existierendem Material

Urheberrecht - meine eigenen Rechte


Linkliste Creative Commons

Artikel zur grundsätzlichen Entscheidung des deutschen BGH über die Anzeige von Vorschau-Bildern (und Text-Snippets) durch Internetsuchmaschinen (ergänzendes Material zum Handout Urheberrecht - Verwenden von existierendem Material)

Copy.Right.Now! – Reader zur Anpassung des bestehenden Urheberrechts an das Digitalzeitalter



Unterlagen zum Download: http://esnips.com/web/medienrecht/

Erstellt von AG Medienrecht: David Röthler, Heidi Neuburger-Dumancic, Frank Hagen, Christian Berger - Im Auftrag des Verbandes Freier Radios Österreich, http://www.freie-radios.at - Gefördert aus Mitteln der RTR und des Bundeskanzleramtes.

zusätzliches Material

Grundsätze für die publizistische Arbeit / Ehrenkodex für die österreichische Presse aktuelle Fassung, Stand: 21.1.1999

Weblog: http://www.freie-radios.at/medienrecht/

Lehrmittel Gesetzten Fall. Medienrecht für die Praxis, Hg: [http:www.klippklang.ch klipp & klang radiokurse], Zürich 2002, ISBN 3-9522124-1-5: kurzer Überblick zu relevanten Regelungen im Medien- und Urheberrecht, veranschaulicht an Geschichten aus dem Arbeitsalltag im Freien Radio. Bezieht sich auf Rechtssprechung in der Schweiz, leichte Unterschiede zum österreichischen Recht. Zu beziehen bei klipp & klang direkt oder über ORANGE 94.0

Hörbeispiele

Methoden

- FAQ Medien- und Urheberrecht: arbeitet nach der Methode des Problemorientierten Lernens

- Einsatz von Hörbeispielen

- Rollenspiel

- "korrekten" Beitrag so verfremden, bis er medienrechtlich inakzeptabel ist

- Verknüpfung von Medienrecht mit anderen (ohnehin aktiveren) Workshop: z.B. bei Besprechung von Umfragen auf medien/urheberrechtliche Aspekte hinweisen ebenso bei Erklärung der Technik für Telefoninterviews oder bei Erklärung der Möglichkeiten Musik in Sendungen zu verwenden (creative commons -Lizenzen etc.)

- Anregung von Florian: vielleicht cc – Abteilung im Sendungsarchiv einrichten (und dann bei Studioführung im Einstiegsworkshop darauf aufmerksam machen)

- Anregung von Margit: creative commons – Musikmix machen! („Erziehungs“- und Aufmerksamkeitseffekt)


möglicher Ablauf

(erarbeitet von Alexander Vojvoda, Florian Danhel und Oliver Jagosch am 16. Juli 2009):


Zu Beginn des Workshops:

− kurze Einführung: Was ist Medien und Urheberrecht?


Ablaufvorschlag nach POL Ansatz

Hör- und Sehbeispiele Überlegungen: funktioniert das ohne Vorkenntnisse? Reicht dafür der „Hausverstand“? Und: für diese Methode müssen Beispiele gefunden bzw. produziert werden!

− in Kleingruppen Themen und Fragestellungen erarbeiten, Problemfelder definieren: beispielsweise Unterscheidung zwischen urheber- und medienrechtlichen Belangen


Am Ende des Workshops:

− Rollenspiel: möglichst real verschiedene Szenarien mit verteilten Rollen durchspielen (z. B. SendungsmacherIn – Medium – KlägerIn)

− Feedbackrunde

Wissenswettkampf: Was ist bei wem hängen geblieben?

weiterführende inhaltliche Diskussionen

- Am 16. Juli 2009 fand bei ORANGE 94.0 in Wien ein Seminar zur Methodikentwicklung für die Vermittlung von Medien- und Urheberrecht statt. Anbei das Protokoll.

- Weblog: http://www.freie-radios.at/medienrecht/

- iRights.info: deutsche Webseite mit Blog zum Urheberrecht. Darin alle Aspekte aufgeführt, wie hier auch (Verwenden von fremden Material, Senden, Eigenes Gestalten …)


Literatur

Heinrich Böll Stiftung. Bildung + Kultur Copy.Right.Now! Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht Band 4 der Reihe, Berlin 2010 (erschienen unter creative commons-Lizenz)

Persönliche Werkzeuge