Hörbeispiele
From Medienrechtswiki
Hörbeispiele sind ein adäquates Mittel um Radioarbeit vorstellbar zu machen sowie Gestaltungsmöglichkeiten oder Qualitätskriterien zu diskutieren. In nahezu jedes Thema können Ausschnitte aus dem aktuellen Radioprogramm oder speziell vorbereitete Audiobeispiele eingefügt werden. Es spielt dabei keine Rolle ob der Ansatz "Best practise / Gute Beispiele / nachahmenswert" verfolgt wird oder einfach in das bestehende Programm im Äther hineingehört wird. Auch aus "schlechten" Beispielen oder von anderen Radioausrichtungen (privater kommerzieller Rundfunk) können Schlussfolgerungen gezogen werden. Wichtig ist bei jedem Einsatz von Hörbeispielen über das soeben Gehörte zu diskutieren, Eindrücke zu sammeln, den Stil oder die Mittel einzuordnen. Dabei kann je nach Thema äußerst speziell fokussiert werden.
Im Folgenden versuchen wir eine Sammlung von konkreten Hörbeispielen mit entsprechenden Hinweisen, was jeweils thematisierbar ist. Die Auflistung erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Unfehlbarkeit. Sie soll vielmehr anregen, selber aktiv zu agieren und auch mal ein Unbekanntes Stück Radio einzusetzen (erhöht nicht nur den Überraschungseffekt und die Spannung, sondern verursacht häufig enorm engagierte und spannende Diskussionen).
Vorschläge, wie verschiedene Hörbeispiele in Workshopabläufe einzubringen sind, gibt es mit den Aktivitäten Beispiele hören und Interview schneiden.
Inhaltsverzeichnis |
Interview
mögliche Seminarabläufe und Aktivitäten sowie didaktische Tipps zum Thema finden sich im Artikel Interview
Aktuelle Interviews zu den unterschiedlichsten Themen sind im bfr-Archiv freie-radios.net abgelegt.
Konkrete Beispiele
Interviewreihe Work Stations (insgesamt 24 Interviews) der Gruppe Familie K. zum Thema "Erwerbsbiographien"; zwischen 12 und 30 min lang. An diesen Aufnahmen lässt sich schön thematisieren, wo die Grenzen zwischen Interview und Gespräch liegen bzw. ob diese Unterteilung überhaupt Sinn macht. Gut geeignet als Ausgangsmaterial für die Aktivität Interview schneiden.
Interview / Gespräch mit Susanne Wiest (Initiatorin der e-Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen in Deutschland) von Radio corax am 2. März 2010. Dauer: 12 min – eignet sich um zu thematisieren: wie starr sind die Rollen bei einem Interview (fragende / antwortende Person)? kann ein Interview auch ein Gespräch sein?
Moderation
Seminarabläufe und Aktivitäten zum Thema finden sich hier.
Brucknerhaus-Sendung
Sendung vom Brucknerhaus auf Radio FRO 29:41 min : Link zur Sendung
Spannend an dieser Sendung ist die Art des Erzählens. Der Moderator nimmt eine Veranstaltung zum Anlass um Stories und Absonderlichkeiten aus der Musikgeschichte (hier geht es unter anderem um den Kopf von Haydn) frei nachzuerzählen. Das Ganze wird ergänzt durch Musikbeispiele. – Der Moderationsstil ist ungeübt, deutlich frei erzählt, häufig durch "Ähms" unterbrochen. Gerade durch das Anhören eines längeren Ausschnitts (mindestens 10 min) kann thematisiert werden, wann uns eine Stimme im Radio erreicht, wann nicht und was vom Gesagten tatsächlich ankommt.
Was mir mit diesem Beispiel passiert ist
Die Diskussion verlief sehr kritisch. Bemängelt wurde allerdings besonders der Inhalt, die Inkonsistenz der Geschichten, Sprünge in der Handlung, Bezug zur Veranstaltung … Auf die Art des Sprechens wurde gar nicht eingegangen – offensichtlich wurde das ungeübte Sprechen nicht als negativ empfunden (evtl. auch aus Rücksicht vor der Person, denn der Autor war im Workshop anwesend).
Spannend war, dass es auch sehr positives Feedback gab: die Sendung wirkte unterhaltend und ließ es ohne Probleme zu eine "Hörpause" zu machen, danach war ein Einstieg jederzeit wieder möglich. Daraufhin ergab sich eine Diskussion über den Anspruch der Sendung: Wissenschaftsmagazin oder unterhaltendes Magazin mit informativen Bestandteilen? - Zwei sehr verschiedene Möglichkeiten von Radio, beide absolut legitim. (Udo)
Mehrsprachigkeit
3 minütiges Beispiel von Weimarer Sommerschule inkl. möglicher Fragestellung für Diskussion
"Nem beszelünk Magyarul": Zweisprachiger Beitrag (ungarisch-deutsch; Teil einer Serie über das Ungarisch Lernen) 5:05 min
"Cuisine Viennoise" Hörstück 27 min (erste Minute = Ansage) in deutsch, französisch, türkisch, spanisch, englisch, polnisch, dänisch
weitere Tipps für das Arbeiten in mehrsprachigen Kontexten
Medienrecht
ZAPP-Beitrag zum "Fliegenden Gerichtsstand" in Deutschland: Schöner Einstieg in das Thema Medienrecht - Beurteilungskriterien
sehr aktueller ZAPP-Beitrag (April 2010) zum Konflikt NEWS – Alpe Adria Bank: Einstieg in das Thema [Pressefreiheit / Werturteil + Tatsachenbehauptung / Beurteilungskriterien]
siehe auch CD Medienrecht
Medienpolitik / Selbstverständnis
Interview zum Einstieg in eine Diskussion was öffentlich-rechtliche Medien sollen und was sie de facto tun mit Susanne Wiest (Initiatorin der e-Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen in Deutschland) von Radio corax am 2. März 2010. Dauer: 12 min
Hörspiele
Siegerbeiträge beim "Hörbert" 2004 und 2005
Schwarze Schwäne – Folge 1 des Live-Hörspiels in Dessau 2010
