Feedback

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In vermutlich allen Lehrbüchern zu Seminaren/Gruppendynamik wird die Wichtigkeit von Feedback (Rückmeldungen) beschrieben. Aber was genau ist gemeint und wie funktioniert das.

In aller verallgemeinernden Kürze: über Rückmeldungen treten wir in einen Prozess der persönlichen Kritik (nicht nur als negatives Kritisieren gemeint), es ist die einzige Möglichkeit auch für uns selber, zu erfahren, wie etwas bei anderen ankommt. Insofern ist Feedback in allen Kommunikationsbeziehungen das einzige Mittel, um den Prozess zu reflektieren. Feedback gehört damzufolge sowohl in Bereiche wie die Analyse von Sendungen wie auch in die Evaluation von Lehrveranstaltungen. Auch innerhalb von Arbeitsteams (z.B. einer Redaktion) sollte Feedback zum alltäglichen Mittel gehören, um Arbeitsabläufe und Beziehungen untereinander zu überprüfen und zu klären.

Damit Feedback / Rückmeldungen konstruktiv sind, also vom Gegenüber auch angenommen werden, gibt es einige Regeln zu beachten. Diese sollten auch in Lehrveranstaltungen und Workshops immer wieder benannt werden (am besten sichtbar auf einem Plakat notieren und während der kompletten Veranstaltung nicht entfernen).

Regeln

1. Feedback / Rückmeldungen sind immer subjektiv - das heisst auch, dass wir immer nur in der "Ich"-Form formulieren. "Mir gefällt das und das, weil …" / "Ich habe mit dieser Frage ein Problem …" (als TrainerIn muss ich darauf achten, dass diese Sprachregelung eingehalten wird, sehr schnell geraten wir bei Feedback-Runden in Formulierungen wie "man kann dies und das nicht" / übrigens auch eine harte Übung für die leitende Person: sie ist eben auch nicht mehr oder weniger als eine Person, die subjektive Wahrnehmungen äußert)

2. konkret bleiben / beschreiben: es genügt nicht, das eigene Unbehagen zu äußern, wichtig ist vor allem die Beschreibung, was dieses Unbehagen ausgelöst hat, und am besten auch, warum das vielleicht so unbehaglich war (umgekehrt ebenfalls: was genau war so schön und toll und interessant?)

3. Feedback ist nicht streitbar: da es um subjektive Empfindungen geht, lässt sich nicht sagen "das kann gar nicht sein"

4. die kritisierte Person ist nicht aufgefordert sich zu verteidigen: es gibt immer Gründe warum etwas so passiert ist, wie es war. Diese Hintergründe sind nicht relevant, entscheidend ist das was ankommt. (diese Regelung gilt vor allem bei Feedback auf Sendungen / Beiträge. Die HörerIn kann auch nicht fragen, warum klingt das jetzt so, sie muss mit dem Ergebnis allein fertig werden. Im interpersonellen Feedback bzw. in gruppendynamischen Prozessen ist es mitunter entscheidend, auch das "warum" zu klären) Verständnisnachfragen sind in jedem Fall möglich und wichtig.

5. die kritisierte Person entscheidet allein, welches Feedback für sie nützlich ist: demzufolge kann ich auch Feedback "ignorieren", etwas kommt bei jemandem nicht so lustig/interessant/spannend an wie ich vermutet habe … vielleicht war es einfach nicht die richtige Situation, oder die Person gehört gar nicht zu meiner intendierten Zielgruppe weil ich diesen Beitrag für mehrsprachige, in prekären Verhältnissen lebende Frauen produziert habe … oder ich kann im Moment einfach nicht anders agieren, auch wenn ich dadurch andere verstöre.


Weitere Hinweise zu Feedback-Regeln finden sich unter anderem bei wikipedia in den Artikeln interpersonales Feedback und Feedback (Gruppendynamik).

weiterführende Literatur

A&F Handreichungen, S.112 ff. / S.149 f. >>> Feedback / Kritik auf Sendungen

Klaus Antons: Praxis der Gruppendynamik, 1974, ISBN 3-8017-0077-1



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