Darstellungsarten testen
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Worum geht's?
Die Aktivität gibt die Möglichkeit, die verschiedenen (Informations-)Haltungen hinter journalistischen Formen wie Bericht, Moderation, Nachricht, Reportage … praktisch auszuprobieren. Sie kann sowohl mit theoretischer Vorbereitung (Darstellungsarten diskutieren oder durch Hörbeispiele) als auch spontan als Einstieg ins Thema durchgeführt werden. Bei zweitem Ansatz geht es eher um eine spielerische "Abfrage" von vorhandenem Wissen – hier sollte den Teilnehmenden deutlich gemacht werden, dass es nicht um falsche oder richtige Texte geht.
Die Aktivität ist einsetzbar in Workshops mit dem Fokus journalistische Darstellungsarten, Akustisches Gestalten, Redaktion, Sendungen planen … Es ist auch möglich als Vertiefung zum Thema Interview mit einer Variante auf Möglichkeiten einzugehen, wie O-Ton-Aufnahmen weiter verwendet werden. Dann lässt sich diskutieren, ob für verschiedene Darstellungsarten auch verschiedene Aussagen verwendet werden.
Neben einer Kopplung mit der Aktivität Darstellungsarten diskutieren ist es auch möglich, die hier beschriebene Aktivität mit der Aktivität "Zeitungsmeldung umschreiben" zu kombinieren. In den A&F Handreichungen gibt es auf S. 283 f. die Beschreibung der Aktivität "Formen sprechen lassen", die ähnlich aufgebaut ist.
Rahmenbedingungen
Die Teilnehmenden sollten bereits ein paar Vorkenntnisse haben was Radioarbeit/Journalismus betrifft.
begrenzte Gruppengröße (um die 8 Personen maximal, besser weniger)
Deutschkenntnisse (bzw. Kenntnisse in der jeweiligen Referenzsprache) sollten ausreichend vorhanden sein (bzw. bei multilingualen Workshops die Aufgabenstellung abwandeln)
Dauer: je nach Gruppengröße 1 h bis 90 min (inkl. individueller Pausenzeit)
Raum: entsprechende Arbeitsmöglichkeiten (evtl. verschiedene ruhige Plätze) zur Verfügung stellen
Durchführung
Die Teilnehmenden werden gebeten ein Thema (eine Zeitungsmeldung oder einen soeben gehörten Beitrag / Interview) in drei verschiedenen Formen als (Sprech-) Text vorzubereiten. Es ist sinnvoll möglichst gegensätzliche Formen als Vorgaben zu wählen, z.B. als Nachricht, als Kommentar und als Reportage. – Nach entsprechender Arbeitszeit (ca. 30 min) werden die Texte verlesen (am besten tatsächlich in einer Studiosituation mit Mikrofon und Aufnahme – lenkt allerdings den Fokus auch ein wenig auf die technischen Umstände).
Variante: für Fortgeschrittene können komplexere (bzw. aufwändigere) Formen gewählt werden: Feature, Hörspiel, Interview, Essay, Dokumentation … Bei entsprechender Materiallage kann auch die Aufgabe gestellt werden, die jeweiligen Beiträge zu produzieren (entsprechend mehr Arbeitszeit sollte eingeräumt werden).
Reflektion und Auswertung
Was waren die Unterschiede? Im wortwörtlichen Text, in der Stimme / Ansprechhaltung, in der Gestaltung?
Welche Informationen wurden wo weggelassen, hinzugefügt, zusammen gefasst? Warum?
Wo habe ich mich besonders informiert, unterhalten, gelangweilt, bevormundet, überfordert gefühlt?
Wen erreiche ich mit welcher Form?
Was hat mir persönlich (beim Schreiben / bei der Produktion) am meisten Spaß gemacht? Was fand ich schwierig/kompliziert?
Tipps für TrainerInnen
Unbedingt verdeutlichen, dass es nicht um den perfekten Text geht (zumindest nicht in der Kürze der Zeit), es handelt sich um einen Einstieg ins praktische Ausprobieren / einen Selbsttest: Was heißt das, Situationen beschreiben / Informationen möglichst neutral vermitteln / unterhaltsam wirken? Welcher Stil liegt mir persönlich besonders?
Wichtig auch der Hinweis / die Möglichkeit, weitere Informationen zu recherchieren: Internetzugang, Zeitungen oder ähnliches mit entsprechenden Informationen. (Jede Darstellungsform arbeitet mit verschiedenen Mitteilungen)
Die Teilnehmenden zum "Spinnen" ermutigen … es geht hier vor allem auch um Kreativität im Stil, die inhaltliche Genauigkeit sollte an dieser Stelle zweitrangig sein.
Erlebnisberichte
