Darstellungsarten diskutieren

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Worum geht's?

Vielfalt der Informationsvermittlung aufzeigen

Einführung journalistischer Fachbegriffe

Haltungen hinter abstrakten Formen diskutieren (was mache ich wenn ich berichte? / wie subjektiv darf ich in einer Reportage sein? / was heißt informieren …)

Spannungsfeld "tatsachenorientiert - meinungsorientiert"


Eignet sich sowohl als Einstiegsdiskussion ins Thema, wie auch zur Vertiefung. Möglich in Einheiten wie Akustisches Gestalten oder Redaktion.


Ablauf

Es werden verschiedene Bezeichnungen für Darstellungsarten (Nachricht, Bericht, Reportage, Hörspiel, Kommentar …) auf Kärtchen geschrieben. Die Bezeichnungen können von der Trainer_in vorgegeben bzw. durch Hörbeispiele im Workshop selber gesammelt worden sein.

Jede Teilnehmer_in zieht unbesehen ein oder zwei Begriffe. Die Teamer_in sollte für sich bereits zwei Begriffe möglichst gegensätzlicher Natur (z.B. "Nachricht" und "Meinung") herausgesucht haben.

Die Trainer_in pinnt/klebt die Begriffe rechts und links an eine Wand / Tafel und fordert nun die Teilnehmenden auf, ihre Begriffe irgendwo auf der noch freien Fläche zuzuordnen. Ideal wäre, wenn jede teilnehmende Person bereits während des Zuordnens ihrer Begriffe den anderen erläutert, warum sie sich für diesen Ort entschieden hat. Die anderen können dann direkt Fragen dazu stellen, erläutern oder auch Einspruch erheben. Wichtig: Es geht nicht um Richtig oder Falsch bei der Zuordnung. Wesentlich ist der Diskussionsprozess. Allerdings sollte jede Karte irgendwann ihren Platz finden, zur Not auf einer gesonderten Fläche irgendwo im Raum.


Varianten

- Auf den Zetteln tauchen nicht nur journalistische Begriffe auf, sondern auch Verben (z.B. unterrichten, fragen, nachdenken, verwirren, aufklären …) oder Begriffe wie "Information", "Meinung", "O-Ton", "Werbung" … >>> damit kann die Übersicht noch variabler und diskutierbarer dargestellt werden und die abstrakten Begriffe werden durch Tätigkeiten konkreter; die Gefahr besteht allerdings, dass die Diskussion ein wenig ausufert.

- Die Trainer_in gibt nicht das Gegensatzpaar Tatsache/Meinung vor. Die Teilnehmenden erarbeiten sich also ihr eigenes System. Spannender als der Standardablauf, allerdings mit der Gefahr verbunden dass es ein ganz anderes als das klassische journalistische Einteilungsmodell gibt. Muss man aushalten können.

Auswertung

Verteilen eines Handouts / einer Übersicht mit zentralen Begriffen aus der Genretheorie (kann hier auch mit kurzen Erläuterungen, Definitionen sein)


Dauer:

Kann ganz schnell ausufern. Ideal ist eine Gesamtdauer von 20-30 min, sonst diskutiert man das Thema tot.


Tipp für Trainer_innen

Anspruchsvolle Methode – Trainer_in sollte Erfahrung mit Moderation von Gruppendiskussionen haben.

Diskussion stark anleiten, d.h. Meinungsäußerungen nicht unterbrechen, allerdings auch nicht zu viele Argumente für und wider sammeln. Es geht nicht um die letzte und allgemeingültige Zuordnung!!! – Diese Haltung stößt häufig bei den Teilnehmenden auf Verwirrung oder sogar Ablehnung. Viele sind gewohnt, in Workshops und Seminaren "gesichertes Wissen" einzusammeln. Hier muss also jeweils genau geschaut werden, was das "gesicherte Wissen" ist (z.B. dass eine Nachricht sicher mehr mit Tatsachen als mit Meinung operiert. Oder dass es bei einem Hörspiel häufig um fiktive Situationen und Geschichten geht).


Was mir mit dieser Aktivität passiert ist

- die Teilnehmenden haben Begriffe wie "unterrichten"/"informieren" komplett anders verstanden bzw. in der Diskussion definiert als ich es gewohnt war. Dadurch klebten die Zettel am Ende sehr weit entfernt vom Begriff "Nachricht", wo ich sie eigentlich eingeordnet hätte.

- In der Diskussion kamen die Teilnehmenden darauf, dass eine zweidimensionale Darstellung nicht ausreicht, da die Ebene des Publikums völlig vernachlässigt würde. Was für den einen als "Neuigkeit" gilt, ist der anderen nur noch eine Wiederholung und darum eher Hintergrundrauschen.

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